Ein neuer Report des Technologieanbieters Amadeus belegt eine starke Nachfrage nach Reiseversicherungen. Reisende sind demnach auf der Suche nach maßgeschneiderten Produkten, die ihren sich ständig wandelnden Bedürfnissen gerecht werden.
Für die Studie „Die neuen Regeln des Reiseschutzes“ wurden 3.000 Reisende befragt. Das Ergebnis: Weiterhin schließt eine große Mehrheit Reiseversicherungen ab. Gründe dafür sind ein zunehmendes Bewusstsein für die unterwegs herrschenden Risiken sowie die individuellen Besonderheiten der jeweiligen Tour. Hinzu kommt der Wunsch nach einem passenden, unkomplizierten Versicherungsschutz, der sich nahtlos in den Buchungsprozess einfügt.
Reiseversicherungen bleiben fest im Konsumverhalten verankert:
Darüber hinaus bestehen bemerkenswerte regionale Unterschiede:
Wer eine Reiseversicherung abschließt, sorgt sich in erster Linie um Risiken wie Krankheit, Verspätungen oder Stornierungen (51 %). An zweiter Stelle der Entscheidungskriterien steht die Art der Reise – ob international, teuer oder komplex (38 %) – gefolgt vom Preis (36 %). Diejenigen, die auf Reiseschutz verzichten, lehnen diesen nicht grundsätzlich ab. Vielmehr halten sie ihn bei kurzen oder kostengünstigen Unternehmungen für ungerechtfertigt (52 %). Oft empfinden sie ihn auch als zu teuer (37 %) oder sie schätzen das Risiko ihrer Unternehmung als gering ein (37 %).
Die Kaufbereitschaftunterscheidet sich über alle Märkte hinweg kaum. Für eine Reise im Wert von 2.000 Euro sind Befragte in den USA bereit, rund 104 US-Dollar für die Versicherung auszugeben. In Frankreich sind es 83 Euro, in Deutschland 82 Euro und in Großbritannien 93 britische Pfund. Es besteht also ein klares Bild, was Reiseschutz kosten sollte.
Nahtlose, zeitlich gut abgestimmte Angebote beeinflussen das Kaufverhalten erheblich. Obwohl bereits 43 % der Reisenden während des Buchungsvorgangs eine Reiseversicherung abschließen, lässt sich die Quote noch weiter steigern. 58 % entscheiden sich für einen Tarif, der zusätzlich mit Flügen, Hotels oder Mietwagen gebündelt wird. Sechs von zehn Befragten entschließen sich erst für eine Absicherung, wenn die Reise bestätigt ist. Das gilt insbesondere im Zeitraum nach der Buchung und vor dem Reiseantritt (41 %). Dadurch entstehen konkrete Möglichkeiten für eine erneute Kundenansprache (Retargeting).
Auch der Kontext spielt eine maßgebliche Rolle bei der Erhöhung der Abschlussquote. Rund 61 % der Reisenden geben an, dass sie eher zum Kauf neigen, wenn der Versicherungsschutz die speziellen Anforderungen ihrer Vorhaben berücksichtigt, statt als generisches Zusatzprodukt angeboten zu werden. Beispiele sind etwa eine Wetterschutzversicherung für Skiurlaube oder eine Kranken- und Sturmschutzversicherung für tropische Reiseziele.
Doch was macht „guten“ Versicherungsschutz aus? – Laut Report legen Reisende vor allem Wert auf folgende Kernleistungen: medizinische Notfallversorgung (50 %), Reiserücktritt oder Reiseabbruch (43 %), Gepäckverlust oder -verspätung (35 %) sowie Flugverspätungen oder verpasste Anschlussflüge (31 %).
„Unsere Studie ‚The New Rules of Travel Protection‘ zeigt eine starke Nachfrage nach Reiseversicherungen. Von vielen Befragten werden diese sogar als unverzichtbar angesehen. Die Herausforderung für Anbieter liegt darin, dieser Nachfrage auf die richtige Weise gerecht zu werden. Menschen sind deutlich eher bereit, sich abzusichern, wenn der Schutz tatsächliche Risiken abdeckt und zur jeweiligen Reise passt, statt allen dasselbe anzubieten. Die Zukunft gehört Lösungen, die Reiseschutz zu einem selbstverständlichen Bestandteil von Planung und Buchung machen – und nicht erst zu einer nachträglichen Überlegung.“
Peter Altmann Vice President, Mobility & Travel Protection, Amadeus
Zur Methodik: Das Marktforschungsunternehmen Opinium Research hat im Auftrag von Amadeus weltweit 3.000 Reisende im vierten Quartal 2025 befragt. Ergänzend zum Bericht wurden Führungskräfte von Amadeus interviewt, um die wichtigsten Themen aus Branchensicht einzuordnen.
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