Vom 19. September bis 4. Oktober 2026 verwandelt sich München für drei Wochen in das größte Volksfest der Welt. Auf dem Höhepunkt im Jahr 2023 besuchten 7,5 Millionen Menschen die Theresienwiese. Für dieses Jahr rechnen offizielle Stellen mit rund sechs Millionen Besucherinnen und Besuchern. Gäste aus aller Welt reisen an, um Attraktionen zu erleben, traditionelle bayerische Spezialitäten zu genießen und Bier der Münchner Traditionsbrauereien zu probieren.
Amadeus Travel Intelligence liefert ein detaillierteres Bild des Oktoberfestes und zeigt, woher diese Besucherinnen und Besucher kommen. Die verwendeten Flugdaten basieren auf dem Stand vom 19. August 2026 und beziehen sich auf den Zeitraum vom 18. September bis 4. Oktober 2026. Die verwendeten Hoteldaten basieren auf dem Stand vom 20. August 2026 und decken den Zeitraum vom 13. bis 27. September 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab.
Entgegen der häufigen Annahme stellen große Gruppen mit sechs oder mehr Personen nicht den größten Anteil der Flugreisenden. Sie machen lediglich 7 Prozent aller Buchungen aus und bilden damit die kleinste Reisegruppe. Dagegen entfallen 47 Prozent aller Flugbuchungen auf Alleinreisende. Ihr Anteil ist gegenüber 2025 um 2,2 Prozent gestiegen.
Kleinere Gruppen mit drei bis fünf Reisenden sowie Zweiergruppen machen 13 Prozent bzw. 33 Prozent der Flugbuchungen aus. Gleichzeitig gingen Buchungen für Zweiergruppen im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent zurück.
Die Flugdaten zeigen, dass die Aufenthaltsdauer zwischen 2025 und 2026 zugenommen hat. Kurzaufenthalte von ein bis fünf Nächten bleiben mit 65 Prozent aller Buchungen die beliebteste Reiseform, ihr Anteil ging jedoch um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Gleichzeitig stiegen Aufenthalte von 14 Nächten oder länger um 13 Prozent und machen mittlerweile mehr als 6 Prozent aller Buchungen aus. Für die Hotellerie eröffnet dies neue Möglichkeiten, umfassendere Angebote für Besucherinnen und Besucher zu entwickeln. Auch Destinationen können von diesem Trend profitieren, indem sie zusätzliche Erlebnisse und Aktivitäten rund um den Oktoberfestbesuch vermarkten.
Die USA bleiben 2026 mit einem Anteil von 37 Prozent der wichtigste internationale Herkunftsmarkt für Flugbuchungen nach München. Gleichzeitig gingen die Buchungen aus den Vereinigten Staaten gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent zurück.
Dieser Rückgang wird vor allem durch stark wachsende Quellmärkte kompensiert. Besonders deutlich steigen die Buchungen aus Indien (+59,7 %) und Japan (+30,7 %). Auch Australien (+5,7 %) und Kanada (+9,1 %) verzeichnen Zuwächse.
| Quellmarkt | Veränderung ggü. Vorjahr |
| Indien | +60% |
| Japan | +31% |
| Kanada | +9% |
| Spanien | +8% |
| Italien | +7% |
| Australien | +6% |
| USA | -10% |
| Vereinigtes Königreich | -16% |
Quelle: Amadeus internationale Flugreisende nach München zwischen 18. September und 4. Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die Zahl der innerdeutschen Flugbuchungen nach München ist um 2,4 Prozent gestiegen. Hamburg ist mit 31,3 Prozent der Inlandsbuchungen der größte inländische Herkunftsmarkt. Bremen verzeichnet das stärkste Wachstum und ist mit einem Jahreswachstum von 41 Prozent sowie einem Zuwachs des Buchungsanteils um 2,7 Prozentpunkte der am schnellsten wachsende Quellmarkt.
| Herkunftsort | Anteil an den Inlandsbuchungen |
| Hamburg | 31% |
| Düsseldorf | 22% |
| Berlin | 11% |
| Bremen | 10% |
| Frankfurt | 9% |
| Köln | 7% |
| Münster | 5% |
| Hannover | 5% |
Quelle: Amadeus innerdeutsche Flugreisende nach München zwischen 18. September und 4. Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Über die drei Oktoberfest-Wochen hinweg liegt die durchschnittliche Hotelauslastung bei 70,9 Prozent und damit 5,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 76,2 Prozent. Gleichzeitig steigt die durchschnittliche Tagesrate (ADR) leicht um 0,8 Prozent auf 326 Euro.
Die höchste Auslastung wird zur Mitte des Oktoberfestes zwischen dem 20. und 27. September mit 78 Prozent erreicht. In diesem Zeitraum steigt die durchschnittliche Tagesrate auf 368 Euro, was einem Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
„Das Oktoberfest blickt auf eine mehr als 200‑jährige Tradition zurück und hat sich zum größten Volksfest der Welt entwickelt. Jedes Jahr zieht es Millionen internationale Gäste an. Gerade bei traditionsreichen Veranstaltungen ist es jedoch wichtig, sich auf Daten zu stützen und nicht davon auszugehen, dass historische Muster unverändert bestehen bleiben.
Die sich verändernde Besucherstruktur während des Oktoberfestes ist ein gutes Beispiel dafür. Das Wachstum von Märkten wie Indien, Australien und Japan bei gleichzeitig rückläufigen Buchungen aus den USA zeigt neue Zielgruppen und Chancen auf. Zugleich eröffnen längere Aufenthaltsdauern zusätzliche Möglichkeiten für Destinationen, von Besuchen über das Oktoberfest hinaus zu profitieren.
Geschichte hilft dabei, das Erbe einer Veranstaltung zu verstehen. Travel Intelligence hilft dabei, ihre Zukunft zu entschlüsseln.“
Jan Kamenicek Regional Vice President, Central & Eastern Europe, Hospitality, Amadeus
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